Stuttgart, 22. Februar 2021 – Am 14. März 2021 wählt Baden-Württemberg. Auch die größte Berufsgruppe des Gesundheitswesens, die Pflege, wird mitentscheiden. Das bedeutet für die Parteien: 100.000 potenzielle Wählerinnen und Wähler. Grund genug bei den Spitzenkandidatinnen und Spitzenkandidaten nachzufragen, wie sie sich zur berufsständischen Interessensvertretung und zur Gründung einer Landespflegekammer BaWü positionieren. Der nachfolgende offene Brief ging postalisch am 22.01.2021 an die SpitzenkandidatInnen der CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FDP sowie Die Linke.

„Sehr geehrte Spitzenkandidaten,

die entscheidende Phase des Wahlkampfs in Baden-Württemberg hat begonnen. Die Württembergischen Schwesternschaft vom Roten Kreuz setzt sich aktiv für die Gründung einer Landespflegekammer in Baden-Württemberg ein. Sie sind als SpitzenkandidatIn die Stimme Ihrer Partei. Wie positionieren Sie sich zur Gründung einer Landespflegekammer Baden-Württemberg gleichberechtigt zu bestehenden Kammern des Gesundheitswesens? Wie positioniert sich Ihre Partei zur Forderung nach einer berufsständischen Interessensvertretung der Pflege?

Die Pflegenden stellen die größte Berufsgruppe innerhalb des Gesundheitswesens dar. Für die bevorstehende Landtagswahl bedeutet dies 100.000 Wählerinnen und Wähler, die mit-entscheiden. Daher ist die Frage, wie es mit der Pflegekammer Baden-Württemberg weitergeht, nicht nur für unsere rund 1.800 Mitglieder ein wichtiges Wahlkampfthema. Wir bedanken uns vorab für Ihre schriftliche Stellungnahme, die wir inhaltlich noch vor der Landtagswahl mittels unseres Newsletters Update Pflegekammer gerne an unsere Mitglieder weitergeben sowie auf unserer Internetseite www.wssrk.de veröffentlichen werden.

Nach einer Onlineaktion im November 2020, forderten wir am Aschermittwoch, 17.02.2021 die Pflegekammer mit einer Protestaktion auf dem Stuttgarter Schlossplatz ein. Der SWR berichtete. Die mehr als 200 bunten Handabdrücke symbolisierten unsere KollegInnen, die pandemiebedingt nicht mit vor Ort sein konnten. Jeder Handabdruck stand für den Wunsch nach Selbstbestimmung und Selbstverwaltung.

Warum wir für die Pflegekammer einstehen? Die Pflege braucht eine starke, einheitliche Stimme. Eine berufsständische Interessenvertretung bedeutet Sichtbarkeit. Nur wer sich organisiert, wird wahrgenommen, kann für eigene Interessen einstehen und anderen auf Augenhöhe begegnen. Wir benötigen eine eigene, unabhängige Lobby. Andere Akteure dürfen nicht länger für uns sprechen. Die Pflegekammer schafft Transparenz: für unsere Berufsgruppe, für ArbeitgeberInnen und für die Bevölkerung. Sie legt die Verantwortung und Befugnisse in die Hände derer, die sich am besten mit Pflege auskennen: die professionell Pflegenden selbst.

Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldung.

Mit freundlichen Grüßen

Oberin Susanne Scheck
Vorsitzende des Vorstands