„Das Schönste ist, dass man sich jedes Jahr wiedertrifft, alte Kolleginnen sieht und sich austauschen kann.“ Was ein Mitglied über das Schwesternfest sagt, beschreibt gut, worauf es an diesem Nachmittag und Abend ankommt. Es ist eine Gelegenheit, Kolleginnen und Kollegen wiederzusehen, miteinander ins Gespräch zu kommen und die Verbundenheit mit der Schwesternschaft zu feiern.

Am 15. Oktober waren unsere Mitglieder sowie unsere Geschäfts- und Gestellungspartner und Vertreter des DRK-Landesverbands in die Schwabenlandhalle nach Fellbach eingeladen. Neben dem Wiedersehen und dem persönlichen Austausch standen vor allem die Ehrungen unseren langjährigen Mitgliedern auf dem Programm. Das Fest bot auch Gelegenheit, auf die Geschichte unserer Schwesternschaft zu blicken, die inzwischen auf 107 Jahre zurückschaut.

Ein Dank für viele gemeinsame Jahre

5, 40, 50, 60 oder sogar 70 Jahre Mitgliedschaft: Die diesjährigen Ehrungen machten deutlich, wie lange sich Mitglieder der Schwesternschaft verbunden fühlen. Hinter jeder dieser Zahlen stehen eigene Erfahrungen, berufliche Wege und viele Jahre, in denen sich Menschen für die Pflege und die Werte des Roten Kreuzes eingesetzt haben.

Die Laudatio auf die Jubilarinnen hielt erneut die Beiratssprecherin Petra Knirsch. Eine besondere Ehrung erhielt Gisela Fahr. Die ehemalige Oberin leitete die Schwesternschaft von 1991 bis 2003 und gehört ihr seit 70 Jahren an. Als sie für diese langjährige Mitgliedschaft von Oberin Anne-Katrin Gerhardts geehrt wurde, erhoben sich die Gäste zu Standing Ovations.

Dieser Moment machte deutlich, wie viel Geschichte und persönliche Verbundenheit mit einer Mitgliedschaft verbunden sein können. Gisela Fahr hat die Entwicklung der Schwesternschaft über viele Jahre mitgestaltet. Ihre Ehrung war deshalb auch eine Würdigung ihres langjährigen Wirkens.

  • Jubilarinnen Schwesternfest 2026
    Gruppenbild unserer diesjährigen Jubilarinnen. Herzlichen Glückwunsch!
  • Oberin Gisela Fahr i.R. wurde für 70 Jahre Schwesternschaftsmitgliedschaft geehrt.
  • Die Jubilarinnen wurden einzeln auf die Bühne gerufen.
  • Neben der Urkunde erhielten die Jubilarinnen in diesem Jahr ein Geschenk.

107 Jahre Schwesternschaft: Der Auftrag bleibt

In ihrer Rede erinnerte Oberin Anne-Katrin Gerhardts daran, was die Schwesternschaft über Generationen hinweg verbindet. Seit 107 Jahren gehört es zu ihrem Auftrag, professionelle Pflege mit Gemeinschaft, Verantwortung und den Grundsätzen des Roten Kreuzes zu verbinden.

„Vieles um uns herum verändert sich in hoher Geschwindigkeit. Unser Auftrag dagegen bleibt klar und konstant“, sagte Gerhardts. Gesellschaftliche Umbrüche, Krisen, Kriege und technische Entwicklungen hätten die vergangenen Jahrzehnte geprägt. Unverändert geblieben sei jedoch, dass Menschen professionelle Hilfe benötigen, wenn sie krank, verletzt, pflegebedürftig oder besonders verletzlich sind.

Pflegefachpersonen seien auch dann gefragt, wenn andere Strukturen unter Druck geraten. Gerade in Krisen- und Katastrophensituationen übernehmen sie eine wichtige Aufgabe. Sie sichern die Versorgung, geben Orientierung und begleiten Menschen auch unter schwierigen Bedingungen.Mit Blick auf die Zukunft betonte Gerhardts, dass die Schwesternschaft auf ihre Fachlichkeit, ihre Bereitschaft zu lernen, ihre Werte und den Zusammenhalt ihrer Mitglieder bauen könne. Auch die Vertretung berufspolitischer und pflegepolitischer Interessen und die Zusammenarbeit mit den Trägern gehörten dazu.

Ihre Botschaft an die Mitglieder: „Lassen Sie uns deshalb die Zukunft nicht mit Sorge betrachten, sondern mit Zuversicht.“

Musik und Humor gehören dazu

Musikalisch untermalt wurde das Programm von Diana Ezerex. Die Sängerin, Songwriterin und Produzentin beschäftigt sich in ihren Songs mit Identität, Zugehörigkeit und sozialer Gerechtigkeit. Seit 2017 engagiert sie sich ehrenamtlich und gibt Konzerte in Gefängnissen. Ihre Musik lädt dazu ein, unterschiedliche Lebensgeschichten wahrzunehmen und gesellschaftliche Ungleichheiten nicht auszublenden.
Für Unterhaltung sorgte außerdem Cordula Grünlich. Als Stand-up-Comedienne und selbst Krankenschwester nahm sie den Pflegealltag mit Humor in den Blick.

Dot on Königin Charlotte Schwesternfest

Gemeinsam entsteht ein Bild

Auch abseits der Bühne waren die Mitglieder eingeladen, sich einzubringen. Im Foyer stand eine Staffelei mit dem Bild von Königin Charlotte von Württemberg, der Gründerin der Schwesternschaft. Auf den Tischen lagen kleine bunte Klebepunkte, die nach und nach an den vorgesehenen Stellen auf dem Bild angebracht wurden.
So entstand aus vielen einzelnen Punkten ein gemeinsames Bild. Die Aktion griff einen Gedanken auf, der auch für die Schwesternschaft gilt: Jede Einzelne ist wichtig und trägt ihren Teil zur Gemeinschaft bei. Erst zusammen ergibt sich das Ganze.

Ein Abend mit Zeit füreinander

Nach dem offiziellen Programm wartete das Büfett auf die Gäste. Es blieb Zeit für Gespräche, für Erinnerungen an gemeinsame Jahre und für den Austausch über den Berufsalltag. Für einen schwungvollen Abschluss sorgten die Auszubildenden, die die Gäste zum Tanzen animierten. Schließlich zog eine Polonaise durch den Saal. Noch einmal kamen unterschiedliche Generationen zusammen, von langjährigen Mitgliedern bis zu denjenigen, die am Anfang ihres Berufswegs stehen.

Das Schwesternfest verband damit vieles, was die WSSRK ausmacht: eine 107-jährige Geschichte, die Verbundenheit ihrer Mitglieder und einen gemeinsamen Auftrag, der auch in Zukunft Bestand hat.

  • Herzlich werden die ersten Gäste begrüßt
  • Unser neues Mitglied Ev Beck erhält von Rotkreuzschwester Silke Bortenlänger die ehrenvolle Brosche
  • Sängerin und Songwriterin Diana Ezerex begleitet durch den Abend
  • Stand-Up Comedienne Cordula Grünlich bringt die Gäste mit Geschichten aus der Pflege zum Lachen
  • Die Schwabenlandhalle wurde für unsere Mitglieder feierlich eingerichtet